Donnerstag, 7. April 2011

Kein Schnee in Santa Fé, aber in Cuba

Es regnet immer noch, oder schon wieder. Wir trauen uns gar nicht aus unseren Kuscheldecken. Dann bauen wir unser Auto aber doch von innen um, geht doch. Schnell zum Plumpsklo hinfahren und dann los. Schade, der Regen gönnt keinen schönen Blick auf die Badlands.



Über den Highway durchs Nirgendwo geht es nach Cuba, auch wieder über 2000m hoch und hier liegt Schnee!! Na ja, ein paar Flocken scheinen in der Nacht gefallen zu sein. 



Hier frühstücken wir in einem USA-typischen Nirgendwo-Land Café, leckeres Omlett und Pancakes mit Tee satt. Nicht schlecht.

Wir durchfahren immer wieder kleine Indianer-Reservate, von denen ist aber nur leeres Land zu sehen, oder ein Spielkasino am Highway, die Einnahmequelle für Indianer-Reservate. Außerhalb sind die nämlich verboten. Wir biegen ab in die Santa Fé Berge, durch das Pueblo Jemez der Jemez-Indianer. Wir besichtigen das sehr interessante Informationscenter und Museum. Hier sind die Häuser in den Dörfern zum großen Teil im Pueblo oder Adobe-Stil gebaut, sehr schön.

Weiter geht’s durch die Berge wir sehen noch mehr Schnee, hier gibt es auch ein Skigebiet (New Mexico???)

Santa Fé begeistert uns sofort. Fast alle Häuser sind im Adobe-Stil gebaut, alles ist voller Galerien, Cafés und schönen Geschäften.



Eine Straße besteht quasi nur aus Galerien jeglicher Art, man bekommt hier direkt wieder 1.000 Ideen was man alles machen könnte. 


Aber auch der Baustil der Häuser und die Details der Außenanlagen begeistern uns.


Ist es ein Wunder, das Santa Fé die älteste Stadt auf US-amerikanischem Boden ist (von den Spaniern vor 400 Jahren gegründet), hat man deshalb so ein Gefühl von gehaltvoller Kultur?

Mittwoch, 6. April 2011

Mitten im Nichts vom Nirgendwo in New Mexico

Mesa Verde, die vorkolumbianischen Indianerdörfer unter Felsüberhängen stehen heute auf dem Programm, ein weiteres Highlight der amerikanischen Sehenswürdigkeiten.

20 Meilen geht es die Mesa Verde hoch (den grünen Tafelberg), bis wir zum Museum des National Parks kommen. Dort ist in einem Film und in Ausstellungsvitrinen die Geschichte und der Aufbau der Höhlendörfer beschrieben. Eins der Dörfer kann man selbst auch zu dieser Jahreszeit besichtigen, die anderen Touren werden erst ab Mitte Mai angeboten. Aber einen Eindruck bekommt man auch so.



Wie eine kleine Puppenstube wirkt das Pueblo aus gemauertem gelbem Sandstein,


das sich unter den den Felsüberhang kuschelt, am Südabhang einer Schlucht. 


Wir sind total begeistert. 

Wir fahren eine kleine Rundtour ab, von der von verschiedenen Aussichtspunkten man die anderen Dörfer und Häuser an den Schluchthängen sehen kann.



Wir können uns kaum trennen.

Da mir die alten Keramiken der Indianer im Museum so gut gefallen haben, fahren wir anschließend in eine Töpferei südlich von Cortez, die Keramiken produziert, die sich im Design an die alten anpassen. Ganz schön, aber im Vergleich dann doch zu sehr Massenware.

Jetzt stellt sich die Frage, wie geht es weiter. In zwei Tagen wollen wir in einem kleinen Ort nicht sehr weit von hier an einer Navajo-Decken Auktion zuschauen. Die Tage müssen wir in der näheren bis ferneren Umgebung verbringen.

Nach Studium des Reiseführers entscheiden wir uns für einen Abstecher nach Santa Fé. Dahin kommen wir heute natürlich nicht mehr.

Auf der Karte ist ein Campingplatz eingezeichnet, Angel Point, südlich Farmington, New Mexico. Wir biegen vom Highway ab und geraten in eine Mondlandschaft, die sogenannten Badlands. Wir fahren einige Meilen an der schluchtartigen Kante einer Tiefebene entlang, graue Bergkegel und -hügel ragen dort heraus, Felsendome von einem Schotterkragen umgeben. 

Am Ende der Straße gibt es einen Naturcampingplatz, dort sind wir fast die einzigen. Wir essen in unserem Autolein, denn draußen regnet es.

Dienstag, 5. April 2011

3-Staaten-Fahrt

Es war nachts wieder reichlich frisch, aber die Morgensonne belebt uns. Bald brechen wir auf zu unserer self-guided Tour durch das Monument Valley. Auf einer Schotterstraße geht es rund um die roten, steil aufragenden Felsblöcke.


Dunkelrot ist auch die Erde und der Sand um uns herum. Als schöner Kontrast dazu, die frischgrünen kleinen Büsche ringsherum und der knallblaue Himmel.


Immer neue Ausblicke bieten sich auf die bizarren Felsen. An den Haltestopps stehen oft Indianer die Schmuck zum Verkauf anbieten. Am sogenannten John Ford Point gibt es den allbekannten Blick auf die Monumente. Ich glaube es zumindest.


Herrlich ist auch die Ruhe hier in dem Gebiet, obwohl in der Zwischenzeit schon zwei Busse angekommen sind und die Touris mit ausgebauten Pickups durch das Gelände gekarrt werden.


Wir erfreuen uns noch an den rotleuchtenden Felsen und machen uns dann auf nach Norden. Wir sind jetzt in Utah.

Die Landschaft besteht auch weiterhin aus dunkelroter Erde, Kliffhängen, Felsen, Sand. Bis wir über eine Anhöhe fahren und schwupp, alles sieht wieder ganz anders aus. Wir sind wieder auf der Hochebene, überqueren den St. Juan River und fahren am ihm entlang. Hier wird mit kleinen Pumpen Öl gefördert.


Dann geht’s an einer Bergkette entlang und wir überqueren die Grenze zu Colorado. Hier sieht es wieder anders aus, fruchtbarer und grüner. In Cortez kaufen wir ein und informieren uns und fahren dann zu einem Campingplatz an der Einfahrt zum Mesa Verde NP. Klein, nett, ursprünglich ist es hier, nach dem Essen vergnügen wir uns in der Aufenthalts-Blockhütte bei einem Billardspiel.

Montag, 4. April 2011

Monument Valley

Wir frühstücken bei sage und schreibe -2,1° (auf über 2000m Höhe, kein Wunder im April. Dann ist es die Nacht wahrscheinlich -5° gewesen. Aber wir haben gute Bettdecken, gefroren haben wir in der Nacht gerade noch nicht.

Wir fahren dann zum Osteingang des Grand Canyon NP und blicken am Desert View Point nochmal ausgiebig auf den grandiosen Canyon. 



Hier steht ein architektonisch bemerkenswerter Aussichtsturm.



In den 30ger Jahren gebaut, innen mit Hopimalerei verzierter, an alte Wachtürme der Indianer erinnernder Bau. 



Hat uns sehr gut gefallen.



Der Highway führt am Little Colorado River entlang, der sich auch in einer bemerkenswerten Schlucht entlang schlängelt. An mehreren Aussichtspunkten sind hier Verkaufsstände mit Schmuck und sonstigen Waren der Navajos aufgebaut.


Die halten sich wegen der Kälte auch lieber in ihren Autos auf.

In der Cameron Trading Post gibt es dann auch viele Indianer-Souvenirs zu kaufen. Eine Gallerie stellt wirklich sehr schöne Flechtkörbe, Navajo-Decken und Töpferwaren aus, allerdings auch zu horrenden Preisen.

In Tuba City besuchen wir das interaktive Navajo-Museum, das uns die Entstehungsgeschichte der Navajos ein wenig näher bringt.

City ist allerdings für den Ort viel zu hoch gegriffen, eine verlorene Menge von armseligen Häusern an einer staubigen Straßenkreuzung mit den obligatorischen Tankstellen, Motels und Fastfood-Restaurants. Aber so sehen die Orte hier überall aus.

Dann biegen wir ab zum Navajo National Monument. 


In einer roten Felsenschlucht sind prähistorische Indianerbauten in einer großen Schluchtnische aus der Ferne von einem Aussichtspunkt zu bewundern. Ein netter Wanderweg dahin im arizonischen Nirgendwo.

Dann erreichen wir unser Tagesziel Monument Valley, wir biegen ab zum Campingplatz unterhalb roter Felsen mit Teilblick auf einige Monuments. 


Reiseroute Teil 1

Unsere Reiseroute bis jetzt:


  1. Tag: San Francisco bis Sunset Beach State Park, südlich Santa Cruz
  2. Tag: Sunset Beach State Park bis St Antonio Lake State Park
  1. Tag: St Antonio Lake State Park bis El Capitano State Beach, nördlich St. Barbara
  2. Tag: El Capitano State Beach bis Joshua Tree National Park
  1. Tag: Joshua Tree National Park bis Kingman
  2. Tag: Kingman bis Flagstaff
  1. Tag: Flagstaff bis Grand Canyon
  2. Tag: Grand Canyon bis Monument Valley

Sonntag, 3. April 2011

Grand Canyon

Heute brauchen wir mal ein Highlight, deshalb fahren wir zum Grand Canyon, der ist nicht weit entfernt. Bei Countrymusik geht’s über die Hochebene am Skigebiet von Flagstaff vorbei,. Hier liegen auch noch einige Schneefelder im Ponderosa-Pine Wald. Gegen 11 Uhr treffen wir am vorgebuchten Campingplatz am South Rim ein und machen uns dann auf zur Kante des Grand Canyon. 


Der erste Blick (und auch der zweite und dritte) ist überwältigend, nicht zu fassen und nicht zu glauben. Immerhin ist der Canyon ca. 400 km lang und über 1,5km tief. Das ist mal ne Schlucht. Wir überblicken nur einen ganz kleinen Teil. Gigantisch.


Aber erst gibt es eine kleine Navajo Tanz Vorführung. Als Einstimmung für das Indianerland, das wir in den nächsten Tage besuchen werden, schon ganz gut. 




Dann fahren wir mit dem Shuttle Bus Richtung Westen an der Kante entlang, steigen an einem View-Point aus, wandern zum nächsten oder übernächsten Point und fahren mit dem Bus wieder ein Stückchen weiter, die Busse verkehren hier alle zehn Minuten.



Alles bestens durchorganisiert, klar, das ist ja hier auch eine der Hauptsehenswürdigkeiten der USA. Es sind auch jetzt schon einige, viele Leute da, da möchte man nicht wissen, was während der Hauptsaison hier so los ist.


Wir fahren auch noch ein Stück in die andere Richtung, inzwischen ist es auch nur noch 1 Stunde bis Sonnenuntergang, da wird die Schlucht durch die tiefstehende Sonne richtig plastisch.
 

Dann schnell zum Campingplatz, noch im Hellen kochen und wir verziehen uns in unseren Camping-Van, denn bei 6,5° und Wind ist es uns draußen doch zu kalt.

Am Rande - Teil 1

Wir fahren ja für amerikanische Verhältnisse mit einem extrem kleinen Camping-Van durch die Gegend.


Der Amerikaner an sich hat ein Riesen-Campmobil an das er seinen PKW anhängt, damit er am Urlaubsort mobil ist. 


Oder er hängt einen Camp-Anhänger an seinen Pick-Up an.


Jedenfalls haben die Monsterteile einen oder mehrere ausfahrbare Alkoven, so dass sie auf schätzungsweise 20qm Wohnfläche kommen.


Dazu gibt es dann auf amerikanischen RV-Parks (Campingplätze für Monsterwohnmobile) „Full Hook-Ups“, dass heißt Wasser-, Abwasser-, Strom- und TV-Anschluss an einem Drive-Through-Platz, denn mit den Monstern kann man auch nicht mehr rückwärts rangieren.

Deshalb sind auch auf großen Campingplätzen die Wasch und WC-Räume vergleichsweise klein, denn der RV-Camper (Recreational Vehicel) braucht sie auch nicht.

Samstag, 2. April 2011

Flagstaff und der Sunset Crater

174 Meilen (das entspricht 278 km) auf der Interstate 40 nach Osten bis Flagstaff und unterwegs kommen wir nur an 2 Orten vorbei. Seligman, durch das wir einen Schlenker machen, ist nur ein gottverlassenes Nest. Bei der Auffahrt auf den Highway verstummt unser Navi mitten im Wort und hat sich bis jetzt auch nicht wiederbeleben lassen.


Die Landschaft ändert sich von Wüste zu einer mit kleinen Kiefern bewachsenen Hügellandschaft, Kühe, einzelne Farmen und Elchwarnungen. Am Horizont sieht man schneebedeckte Berge, 4000m hoch sollen sie sein. Auch am Highwayrand sehen wir noch Schneefelder und Schilder warnen vor Eis auf der Straße. Wir sind auch schon fast 2000m hoch.

Durch Flagstaff durch fahren wir gleich zum Sunset Crater und Wupatki NP, der Campground dort ist leider noch geschlossen. So werden wir uns nachher auf dem KOA, Flagstaff einrichten.

Aber erst fahren wir die Loop-Road zum Sunset Crater. Vor 1000 Jahren hat hier ein Vulkan Lava und Asche gespuckt, was man deutlich auch noch in der Landschaft sieht.
 




Viele kleine Vulkankegel stehen rundherum, weiter nördlich schimmert dann die rote Erde unter der Asche durch. Hier gibt es einige Pueblo-Ruinen, von den Indianern, die hier vor 1000 Jahren das Land besiedelt haben. Damals war es auch noch wesentlich feuchter.



Jetzt blickt man hier nach Norden auf die trockene, weite Hochebene, die painted Desert.

In Flagstaff schauen wir uns dann noch die kleine Altstadt an, die durchaus etwas Flair vermittelt.

Freitag, 1. April 2011

Nach Arizona

Wir fahren durch den ganzen Park wieder zurück, schauen in uns heute noch mal genauer an.



Am Nordausgang besuchen wir auch noch das Visitor-Center. Hier ist heute ein kleiner Kunsthandwerkermarkt.

Dann geht es weiter Richtung Osten, weiter durch wüste Landschaft, einsame Straßen im großen, weiten Nichts. Die Landschaft stellt sich folgendermaßen dar: Eine riesige Ebene, die sich an den Rändern sanft hochwölbt zur sie umgebenden Bergkette. Fährt man dann über die Bergkette, tut sich das nächste Tal auf. Alles nahezu menschenleer und unwirtlich.


In einer Ebene zieht sich ein besiedeltes grünes Band entlang, das ist der Colorado und die Grenze zu Arizona.

In Arizona fahren wir ein Stück auf der Route 66 entlang, durch Oatman, ein auf Westernstädtchen gemachtes kleine Kaff in den Bergen mit jeder Menge Souvenirshops.


In Kingman lassen wir es dann für heute auf dem Koa-Campingplatz gut sein. Bei weiterhin gut 30° relaxen wir im Schatten vor unserem Van.