Freitag, 15. April 2011

Tal des Todes

Noch einmal den Strip lang fahren, dann ab in den Supermarkt. 


Wir sind schon am Rande von Las Vegas, es ist doch gar nicht so groß. 


Wüste, Wüste, Wüste um uns herum, über zwei Gebirgszüge, dann geht es nur noch abwärts, Death Valley.

Ein langgestrecktes Tal, von 3000m hohen, schneebedeckten Gipfeln umgeben. Der Grund, 86m unter dem Meeresspiegel, der tiefste Punkt Amerikas. Ein trockener Salzsee bedeckt den Grund des Tals. Es ist natürlich heiß, 37° (Celsius nicht Fahrenheit) im Schatten, aber den gibt es hier natürlich kaum.

Wir fahren alle Besichtigungspunkte ab


Zabriskie-Point


Dantes View


Artist Drive, die Oberfläche sieht aus wie angemalte Elefantenhaut


Golden Canyon, die Wände bestehen aus versteinertem Schlamm


Badwater, der tiefste Punkt Amerikas


80 Meter unter der Wasseroberfläche, ganz schön trocken hier.


Unser Campingplatz liegt ungefähr auf Meereshöhe, nach Sonnenuntergang bleibt es angenehm warm, wir verbringen einen schönen Abend bei nahezu Vollmondlicht.

Donnerstag, 14. April 2011

Künstliche Welten

Gambling, Dining, Shopping, Drinking, das ist eigentlich das was Las Vegas ausmacht. Disney-Land für Erwachsene. 


Eiffelturm in 2:1, Skyline von New York, Pyramide mit Sphinx, der Campanile von Venedig und die Rialto Brücke, das Forum Romanum 


und Canale Grande indoor mit künstlichem Himmel, alles nebeneinander.


Eine riesige Orangerie mit Pflanzen und Schmetterlingshäusern im Bellagio und in der Lobby riesige Glasblumen unter der Decke. 


Tropische Gärten mit echten Flamingos.


Und natürlich Casinos, Casinos, Casinos plus Restaurants und Shopping-Malls. Stretch-Limousinen in Massen, das schärfste sind Stretch-Hummer (Automarke).

Was fehlt: Strassencafés, Free Wifi, kostenlose Geldautomaten, Kühlschrank im Hotelzimmer.

Gefallen hat uns die Shopping Mall im City Center mit vielen tollen architektonischen Ideen von Daniel Liebeskind 


und das Innere der Pyramide im Hotel Luxor, dort herrscht eine besondere Stimmung. 


Apropos Dining: „In“ sind die Buffets in den Hotels. Morgens, mittags, abends. Das Frühstücksbuffet im Aria ist klasse, Dinnerbuffet im Planet Hollywood ebenfalls.

An den Daddelautomaten ist man seit Geld schneller los, als man gucken kann, 1 Dollar in 5 Sekunden. Schon morgens hängen sie vor den Kisten (oder noch morgens?). Na jedenfalls geht uns ein bisschen der Sinn ab für derlei Freizeitbeschäftigung (siehe Überschrift). Zu alt? Je einen Sinn dafür gehabt? Egal, mal gesehen haben kann man es trotzdem.

Insgesamt aber ist alles zum Großteil Nachbildung von schon bekanntem, selten (bis auf das City-Center) was Neues.

Abends sind wir platter als platt. Wir fahren hoch in den 250m hohen Stratosphere-Tower, ist ja in unserem Zimmerpreis mit drin.



Wir genießen die Aussicht auf das nächtliche Las Vegas und die perlenschnurartigen reinkommenden Flieger. In der Air Bar sind wir kurz davor bei einem $ 7,- teuren Bier die Füße auf dem Glastischchen vor uns abzulegen.

Mittwoch, 13. April 2011

Eine Fata Morgana? Las Vegas

Wir verabschieden uns aus dem netten Tal, besuchen noch eine Mormonen Ghost Town am Virgin River.


Hier ist noch fruchtbar rundherum, als wir uns vom Fluss abwenden empfängt uns wieder die Wüste. Auf der Interstate 15 geht es Richtung Las Vegas, durch öde Landschaften. Mit einer kleinen Unterbrechung, das Valley of Fire.


Hier gibt es wieder unglaubliche Felsformationen in unglaublichen Farben. 


Wie Sahnetuffs aus der Spritztüte sehen manche Hügel aus, in Wirklichkeit sind es urzeitliche Sanddünen, die versteinert sind und von Wasser und Wind wieder geformt wurden.




Wir wandern durch die Wunderwelt, sehen auch noch einige Petroglyphen, Felszeichnungen der Indianer.


Wir sind in der warmen Wüste angelangt, nur noch auf ca. 800m Höhe kommt jetzt endlich der südliche Breitengrad voll zur Geltung. Ich habe ja gesagt, es ist Schluss mit kalt.

Dann nähern wir uns auf der I-15 Las Vegas, endlose Reihen von Strommasten kündigen es schon an. Dann taucht es wie eine Fata Morgana aus dem Dunst auf. 


Wir sehen unser Hotel schon, das Fernsehturm ähnliche Gebilde, das Stratosphere Tower und Hotel.

Erstmal geht es noch in eine Outlet Shopping Mall. Führende Modeanbieter hauen hier ihr Zeug mit ordentlich Rabatt raus. So auch Levis, Martin kauft sich gleich 3 Jeans, denn sie kosten hier nur ein Drittel des deutschen Preises und er hat da grad einen Mangel. Auch noch ein paar Segelschuhe eines führenden Herstellers findet er, ich finde leider nichts.

Einchecken im Hotel geht ohne Probleme. Wir laufen abends fast den gesamten Strip lang, riesige Hotels, tierisch aufgemotzt, jedes hat natürlich direkt hinter dem Eingang erstmal das Casino. Endlose Spielautomaten jeglicher Art, Pokertische, Roulett, undurchsichtige Spiele usw, usw. Aber alles nicht so ansprechend, dass man sich gleich ins Spiel stürzen möchte.

Völlig geplättet fahren wir mit dem Bus zurück zum Hotel.

Dienstag, 12. April 2011

Wandertag

Heute fahren wir die klassische Route vom Bryce Canyon NP zum Zion Canyon NP. Die Sonne scheint, es wird langsam wärmer, beste Bedingungen zum wandern. Der erste Zwischenstopp ist am Red Canyon, eine klitzekleine Wanderung zu 2 Hoodoos.



Dann geht es weiter durch das Tal, der River, den wir begleiten, mäandert in vielen kleinen Schleifen den Berg hinunter. Am Wegesrand: Rock-Shops, also Läden wo man Steine kaufen kann.



Amerika und speziell Utah haben sehr viele verschiedene Gesteinsarten, Halbedelsteine, Mineralien und auch Fossilien zu bieten, da das Gebiet der Rocky Mountains früher von einem urzeitlichen Ozean bedeckt war. Die Läden sind echt spannend, auch Objekte aus einem speziellen Gestein, das am Berg hinter den Häusern gefunden wird, werden angeboten. Die Bären und Büffel aus dem sandfarben-braun geschecktem Material mit Mineraleinschlüssen sehen interessant aus.

Dann fahren wir in den Zion NP ein. Die Zufahrt geht den Berg herunter durch eine Seitenschlucht des Canyons. Vor einem Tunnel gibt es die nächste kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt über die Schlucht. Rundherum die Berge sind interessant geformt und farblich schön strukturiert. 

 
Roter Sandstein wechselt mit weißem Gestein, der Fels schimmert rosa, rot oder hat einen Kupferbronzeton. An den Stellen, an denen Wasser runterläuft, ist er auch schwarz. Und es wachsen dort Pflanzen in den Ritzen, sogenannte hängende Gärten.



Weiter geht es in Serpentinen zur Visitor-Information. Hier stellen wir unser Auto ab, denn in die eigentliche Schlucht geht es nur per Shuttle-Bus. Es ist, wie gesagt, ein schöner Tag und es sind für die Jahreszeit echt viele Leute unterwegs.

Wir fahren bis zum Ende der Scenic-Drives und wandern dann so weit es geht in die Schlucht rein, die immer enger wird.


Der Virgin River, der hierdurch fließt, hat noch ganz schön viel Wasser. Im Winter gab es hier wohl eine Jahrhundertflut, man sieht überall noch die Spuren, angeschwemmte Bäume, weggerissene Uferteile.


Auch Tiere begegnen uns wieder, von diesen Eichhörnchen laufen hier viele rum.

Wir machen dann noch eine kleine Wanderung am Rande der Schlucht zu einem Wasserfall und den Emerald Pools. Es gefällt uns alles ausgesprochen gut.


Der Ort am Eingang der Schlucht, Springdale, ist für amerikanische Verhältnisse auch sehr, sehr nett. Nette Häuser, viele Restaurants. Aber unser Versuch abends nochmal ein Bier in einer Lokalität zu bekommen, scheitert. Alkoholische Getränke gibt es nur in Verbindung mit Essen in den Restaurants. Und eine Bar oder etwas kneipenähnliches gibt es nicht. Prüdes Utah?

Montag, 11. April 2011

Jede Menge Hoodoos

Jetzt geht es auf nach Utah, zum Bryce Canyon. Wir durchfahren wunderschöne Felslandschaften. Roter Fels, ich mag ihn.


Unterwegs begegnen uns 2 Schwester-Autos, bemalte Vans von unserem Vermieter.
Das schärfste, was wir bezüglich RV-Gespann sehen, ist ein Monster-Womo mit 2 stöckigem Anhänger, obendrauf ein Auto, unten ein Motorboot.


Wir nehmen noch einen Abstecher zum Coral Sands Dunes State Park. Rosa- bis rotfarbene Sanddünen, Sand der natürlich vom roten Navajo-Sandstein entstanden ist. Ein größeres Dünengebiet mitten im Binnenland, mitten in den Bergen. Durch einen entfernteren Bergeinschnitt wird der lose Sand hier in diese flache V-förmige Schlucht gepustet und türmt sich hier auf.


Ein Eldorado für Offroad-Driver. Mit Quads oder Motorrädern düsen sie durch die Dünen.

Richtung Bryce Canyon, sanft bergauf, bis auf 2500m Höhe nimmt auch die Schneehöhe zu, allerdings nicht auf der Straße. Am Bryce Canyon beginnt die Saison erst im Mai. Aber man kann trotzdem schon alle Aussichtspunkte anfahren.

Vom oberen Rand blicken wir auf den wie ein Amphitheater geformten Steilhang. Hunderte von Schnee, Wind und Wasser geformte Felsentürme haben sich hier gebildet, aus rotem Sandstein mit weißen Mützen, Hoodoos werden sie hier genannt.


Wir besuchen alle am halbrunden Rand gelegenen Aussichtspunkte. Wunderschön und besonders sieht es hier aus.


Anschließend versuchen wir Kaffee und Kuchen zu bekommen, so richtig europäisch in einer Lokalität am Tisch sitzen, das wollen wir. Ist uns bis jetzt noch nie gelungen, hier gibt es eher immer Selbstbedienungs-kaffeeautomaten für Kaffee to go.

In einem Restaurant genehmigen wir uns halt ein „Dessert“: Fruit-Pie mit Vanilleeis, dazu einen Cappuccino. Na, geht doch.


Aber das hier ist eher campen im Schnee. Und mit Schnee soll jetzt Schluß sein!!! Versprochen.

Reiseroute Teil 2


9. Tag: Monument Valley – Mesa Verde
10. Tag: Mesa Verde – Angel Peak State Park


11. Tag: Angel Peak State Park - Bernalillo
12. Tag: Bernalillo - Gallup


13. Tag: Gallup – Tuba City
14. Tag: Tuba City - Page

Sonntag, 10. April 2011

Felsenwellen aus Navajosandstein

Unser Trinkwasserkanister, der heute Nacht draußen stand, hat eine 1cm dicke Eisschicht gehabt, dass heißt also: es war A-kalt heute nacht. Jetzt scheint wieder die Sonne vom blauen Himmel und tut so, als wäre nichts gewesen.

Wir fahren gen Norden nach Page, zum Powell Lake, dem oberhalb vom Grand Canyon aufgestauten Colorado River. Unterwegs passieren wir wieder einige Indianer Verkaufsstände. 


Wir halten bei einem an, und hier kauft Martin endlich einen Navajo Silberarmreif, den er schon lange haben wollte, wir unterhalten uns mit der Indianerin, ihr Sohn hat die Silberarbeiten gemacht und sie die Türkis- und Muscheleinlegearbeiten.

In und um Page gibt es einige Sehenswürdigkeiten. Das Horsshoe-Bend ist eine Schlucht des Colorado in Form eines Hufeisens.


Der Antilope Canyon ist ein sogenannter Schlitz-Canyon, den ein Nebenfluss des Colorado geformt hat. Die Schlucht windet sich ein engen Schleifen durch den roten Navajo Sandstein. 


Der Nebenfluss ist Gott sei Dank trocken, so dass man, mit einem Führer, durch die Schlucht laufen kann.


Er ist so schmal, das man gerade durchlaufen kann, und nach oben hin ist er ebenso schmal, so dass immer nur partiell Licht herein dringt. 



Deshalb bieten sich hier so viele tolle Fotomotive, das jeder mit einigen spektakulären Fotos wieder aus der Schlucht raus kommt. 


Unser Navajo-Führer sagt, dass im Schnitt 35% der Besucher Japaner ( und 35% Deutsche) sind. Das erklärt auch, warum er uns an allen sensationellen Ecken fotografieren will.


Jedenfalls ist diese Schlucht ein außergewöhnlicher Ort, wo man die $ 26,- pro Person Eintritt doch etwas verschmerzt.


Unser Standort für die Nacht ist am Lake Powell nördlich des Glen Canyon Damms, einer der größten Staudämme der USA.